Wie Colleen Hoover es schaffte mich zu enttäuschen...

Dienstag, 10. Mai 2016

Informationen

Maybe Someday
Von Colleen Hoover
Erschienen im dtv-Verlag 
Kostet 12,95€
Broschiert//Einzelband
432 Seiten 

Klappentext

Das Letzte, was Sydney will, als sie bei dem attraktiven Gitarristen Ridge einzieht, ist, sich in ihn zu verlieben. Zu frisch ist die Wunde, die ihr Ex hinterlassen hat. Und auch Ridge hat gute Gründe, seine neue Mitbewohnerin nicht zu nah an sich ranzulassen, denn er hat seit Jahren eine feste Freundin: Maggie – hübsch, sympathisch, klug, witzig. Und dann passiert es doch. Als Sydney beginnt, Ridge beim Songschreiben zu helfen, kommen sie sich näher als erwartet. Auch wenn beide die Stopptaste drücken, bevor wirklich etwas passiert, können sie nichts gegen die immer intensivere Anziehung ausrichten, die sie zu unterdrücken versuchen – vergeblich.

Liebstes Zitat

"Sometimes in life, we need a few bad days in order to keep the good ones in perspective."
Musik zum Buch


Meine Meinung


Colleen Hoover gehört zu den Autoren, deren Bücher ich immer kaufen würde, denn bisher haben sie mir alle super gefallen, sie haben mich an ihren Seiten gefesselt, mich mit ihren Botschaften noch Tage weiter in meinen Gedanken begleitet, sie haben mich zum Weinen gebracht und durch sie habe ich meine Liebe zum Poetry Slam entdeckt, ich habe mich mit ihren starken Hauptpersonen verliebt, mit ihnen gelitten und geliebt, aber "Maybe Someday" war anders als die anderen Bücher...
Und hier möchte ich daraufhin weisen, dass ich spoilern werde, eher spoilern muss, weil man sonst nicht verstehen kann, was mich so irritiert und traurig macht, mir so Hoover untypisch erscheint.
Also seid gewarnt.
Sydney studiert Musik, sie lebt für die Musik und schreibt leidenschaftlich gerne Songtexte.
Ridge komponiert doch seit neustem wollen ihm einfach keine Texte mehr einfallen.
Als die beiden aufeinander treffen werden sie durch ihre Liebe zur Musik verbunden und schnell wird klar, dass sie nicht nur die Musik lieben, doch eine Beziehung ist für beide unmöglich.
Die Handlung an sich ist schon typisch für die Autorin, zwei Hauptpersonen, bei denen von Anfang an klar ist, dass sie gut zusammen passen, dass sie nahezu perfekt füreinander sind, eine tragische Geschichte, eine besondere Art der Kunst (diesmal Musik) und dennoch darf es nicht sein.
An der Handlung an sich habe ich absolut nichts auszusetzen. Sie hat mich gefesselt wie jedes andere Buch von ihr und ich hatte es innerhalb weniger Stunden gelesesn.
Außerdem schafft sie es immer wieder nicht nur eine Spannung zwischen den Protagonisten aufzubauen, sonndern auch eine Spannungskurve entstehen zu lassen bis irgendwann die große Bombe platzt. Das finde ich immer wieder sehr erstaunlich, wie sie es schafft mich an eine Liebesgeschichte zu fesseln und meinem Mädchenherz immer neues Material zum Träumen schenkt.
Auch hat Colleen Hoover wieder einmal wundervolle Charaktere geschaffen mit denen man sich super identifizieren kann.
Egal ob die beiden Protagonisten, die so liebevoll gestaltet waren, dass es schon fast weh tut nicht in ihrer Haut zu stecken (obwohl ich darüber schon echt froh bin...) oder die Nebencharaktere, die kleine Lichtblicke sind, sobald die Handlung mal zu traurig oder aussichtslos werden sollte.
Und aussichtslos ist auch das, was ich nun ansprechen werde.
Die Moral der Geschichte fand ich schwierig, war so absolut gar nichts für mich.
Sydney wird von ihrem Freund betrogen und darunter leidet sie sehr.
Man konnte sehr gut merken, wie sehr sie das innerlich kaputt gemacht hat so von zwei ihrer liebsten Menschen betrogen zu werden, dass sie so hintergangen wurde.
Ohne es nur zu ahnen, wird sie aus ihrer Illusion gerissen, werden ihr alle Gedanken an eine gemeinsame Zukunft genommen und dennoch tut sie das Maggie an.
Obwohl sie doch genau weiß, wie sie sich danach gefühlt hat.
Und auch Ridge hat mit bekommen, wie schlecht es Sydney ging als sie so betrogen wurde.
Man könnte jetzt sagen, dass Liebe nun einmal nicht zu steuern ist und sie nur das getan haben, was ihr Herz ihnen sagte, aber hätte man dann nicht warten können.
Ridge wollte Maggie nicht verlassen, das ist vollkommen in Ordnung, wenn er damit meint das Richtige zu tun, dann soll er aber bitte auch dabei bleiben.
Und letztlich ist am Ende dann alles gut und die Moral ist, wenn man es mal sehr übertreibt, Betrügen ist in Ordnung, denn am Ende ist eh wieder alles gut?
Da kann Coleen Hoover noch so schön schreiben, noch so fesselnd, das hat das Buch für mich ziemlich zerstört.

Fazit

"Maybe Someday" ist kein schlechtes Buch, aber für Colleen Hoovers Verhältnisse einfach nicht das, was ich gewohnt bin. Die Handlung ist wie immer mitreißend und der Schreibstil wunderschön und voller Wahrheit, aber die Schlussfolgerung, die man letztlich ziehen muss ist für mich eine Katastrophe.

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Kommentare:

  1. Ich gebe dir Recht bei der Sache mit der Moral. Ich saß die ganze Zeit vor dem Buch und dachte mir "du bist auch nicht besser, Sydney, du bist auch nicht besser". Dass alle das am Ende so gut weggesteckt haben, fand ich verwunderlich. Ich sah in der Situation keinen Ausweg, sodass es jedem gut gehen würde. Ich muss zugeben, dass es bei mir dennoch 5/5 Punkte bekommen hat, weil ich es verschlungen habe, mitgefühlt, mich mit den Charakteren angefeundet habe etc. und weil es im Vergleich zu anderen 4-Punkte Büchern doch besser war, aber ich war auch ein wenig enttäuscht und nicht zu 100% überzeugt, wie bei anderen Büchern von Colleen Hoover.

    Liebst, Lara.

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    1. So ähnlich ging es mir auch! Ich habe zwar "nur" eine 2 gegeben, aber das Happyend aist mir doch auch etwas komisch vorgekommen...

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  2. Hey!
    Du sprichst mir so aus der Seele! Ich habe das Buch erst gestern beendet und beim Lesen deiner Rezension konnte ich eigentlich durchgehend nur nicken. Diese ganze Betrugsgeschichte hat für mich das Buch (und zum Teil auch meine Sicht auf die Figuren darin... ) irgendwie auch zerstört.
    Liebe Grüße,
    Sally

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    1. Ich fand das auch echt schade... Von Colleen Hoover sind wir ja sonst andere Sachen gewöhnt

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